Festgeld sicher anlegen: Worauf Sie achten müssen

Festgeld zählt zu den sichersten Formen der Geldanlage, weil die Anlagedauer begrenzt (fest) ist und die Rendite garantiert. Aus diesem Grund sind Festgeldeinlagen besonders bei deutschen Sparern beliebt, denn diese gehen bei der Geldanlage nicht gerne Risiken ein, sondern legen viel Wert auf Sicherheit und Planbarkeit.

Aber ist Festgeld bei jeder Bank gleich sicher angelegt? Leider nein! Wie jede andere Form der Geldanlage ist auch ein Festgeld nur so sicher wie die Bank, bei der die Einlage getätigt wird. Deshalb lohnt es sich, bei der Festgelderöffnung genau auf das Kreditinstitut zu schauen, das die Einlage anbietet.

Woran erkenne ich eine sichere Festgeldbank?

Hier legen Sie Festgeld sicher an

1. BaFin-Notifikation/Europäischer Pass

Ein seriöser ausländischer Festgeldanbieter ist BaFin-geprüft und verfügt über den sogenannten Europäischen Pass. Das bedeutet: Bevor eine ausländische Bank, also ein Kreditinstitut mit Hauptsitz außerhalb von Deutschland, in unserem Land Finanztätigkeiten ausüben darf, muss sie bei der Finanzaufsichtsbehörde ihres Herkunftslands und bei der deutschen Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eine Notifikation durchlaufen. Erst nach Durchführung dieses Anmeldeverfahrens erhält die Bank den Europäischen Pass und sie darf ihre Tätigkeiten in Deutschland aufnehmen.

2. Mitglied im nationalen Einlagensicherungsfonds

Eine sichere Festgeldbank ist außerdem Mitglied im nationalen Einlagensicherungsfonds ihres Herkunftslands. Dadurch sind Spareinlagen bei dieser Bank bis zu einer Höhe von 100.000 Euro pro Kunde abgesichert. Für den Sparer bedeutet das: Wenn die Festgeldbank in Zahlungsschwierigkeiten gerät, ist der Einlagensicherungsfonds verpflichtet, seine Spareinlage innerhalb von 20 Tagen vollständig zurückzuzahlen. Bei Banken in Deutschland und einigen anderen EU-Ländern wie zum Beispiel Rumänien und Estland beträgt die Frist sogar nur sieben Tage.

Savedo-Partnerbanken aus Deutschland: Hanseatic Bank, solarisBank

Savedo-Partnerbank aus Rumänien: Libra Internet Bank

Savedo-Partnerbank aus Estland: Versobank

Einlagensicherung in der EU

3. Eine gute Coverage-Ratio für Bankguthaben

Um sich ein verlässliches Bild von der Sicherheit eines Festgeldangebots zu machen, ist es außerdem sinnvoll, das Volumen des jeweiligen nationalen Einlagensicherungsfonds zu betrachten. Daraus wird nämlich ersichtlich, wie viel Geld im Notfall für die Entschädigung ausländischer Anleger verfügbar ist. Manche Länder konnten bereits umfangreiche Rücklagen ansammeln, während sich der Fonds in anderen Ländern noch im Aufbau befindet und daher weniger gut bestückt ist. Stellt man das Volumen der Einlagensicherungsfonds nun der Höhe der Kundeneinlagen entgegen, kann man Rückschlüsse auf die Sicherheit der Festgeldeinlage ziehen – je höher die Deckungsquote ist, desto sicherer ist die Entschädigung im Falle einer Bankenpleite.

4. Mitglied privater Einlagensicherungssysteme

Neben der gesetzlichen Einlagensicherung gibt es weitere, freiwillige Einlagensicherungssysteme, die Spareinlagen bis weit über die gesetzlich vorgeschriebenen 100.000 Euro je Kunde absichern. Es ist ein Plus an Sicherheit, wenn die Festgeldbank zusätzlich in solch einen privaten Fonds einzahlt. So unterhält zum Beispiel der Bundesverband deutscher Banken e.V. einen eigenen Einlagensicherungsfonds, durch den pro Kunde und Bank bis zu 20 Prozent des haftenden Eigenkapitals der jeweiligen Mitgliedsbank besichert sind. Sicherheitsbewusste Anleger sollten solchen Festgeldanbietern den Vorzug geben.

Der deutsche Savedo-Partner Hanseatic Bank ist freiwilliges Mitglied im Bundesverband deutscher Banken e.V.

5. Gute Länder-Ratings

Im Falle einer Krise kann gegebenenfalls auch der Staat selbst eingreifen und angeschlagene Banken unterstützen, indem er über die Zentralbank Kredite vergibt oder aber Kreditgarantien übernimmt. Der Umfang der zu erwartenden Unterstützung ist hierbei stark von der Bonität des jeweiligen Landes abhängig. Eine Orientierung über die Zahlungsfähigkeit der verschiedenen Staaten geben die Bewertungen der Rating-Agenturen Standard & Poor’s (S&P), Moody’s und Fitch. Die Note AAA (S&P, Fitch) bzw. Aaa (Moody’s) drückt dabei die höchste Zahlungsfähigkeit eines Landes aus und die Note C bzw. Caa die niedrigste.

Festgeld sicher anlegen: Länder-Ratings

Die Savedo-Anlageländer mit der höchsten Bonität sind:

Deutschland (AAA, Hanseatic Bank und solarisBank)
Estland (AA-, Versobank)
Tschechien (AA-, J&T Banka)
Slowakei (A+, Privatbanka)

6. Währungssicherheit: Anlage in EURO

Ein weiterer Aspekt der Sicherheit bei Festgeldbanken ist die Währung, in der die Einlage getätigt wird. So bieten viele Banken Festgeldeinlagen in den jeweiligen Landeswährungen oder auch in Dollar an. Das Risiko bei einer solchen Einlage besteht in der Möglichkeit von Wechselkursschwankungen: Wenn zwischen dem Zeitpunkt der Kontoeröffnung und dem Laufzeitende die betreffende Währung eine Abwertung gegenüber dem Euro erfährt, kann der Anleger in Deutschland finanzielle Verluste in Höhe des Zinsertrags oder sogar darüber hinaus erleiden. Dadurch verliert er seine Rendite bzw. sogar Teile des Anlagebetrags. Diese Gefahr ist nicht gegeben, wenn die Festgeldeinlage in Euro getätigt wird. Das Festgeld ist also bei solchen Anbietern am sichersten angelegt, die eine Anlage in Euro anbieten.

Festgeld legt man sicher in Euro an

Zusammenfassung: Wo kann ich Festgeld sicher anlegen?

Sichere Festgeldanbieter erkennt man an den folgenden Merkmalen:

  • Der Anbieter ist BaFin-geprüft und hat den Europäischen Pass
  • Der Anbieter ist Mitglied im nationalen Einlagensicherungsfonds seines Landes
  • Der Anbieter ist ggf. Mitglied in zusätzlichen, privaten Einlagensicherungssystemen
  • Das Land des Anbieters hat ein gutes Länder-Rating
  • Die Festgeldeinlage erfolgt in EURO