Andere Länder, andere Sitten. Dieser Umstand erfasst die verschiedensten Lebensbereiche - auch das Sparen. Wie halten's denn zum Beispiel die Portugiesen mit dem Sparen? Ein kleiner Einblick in das Land unserer Partnerbank Atlantico Europa. 

Die Zukunft ist morgen - heute wird erst einmal gefeiert!

„Fragen Sie den Portugiesen nicht nach seinem Sparverhalten, sondern nach seinem Kreditportfolio.“

Dies ist keine Anekdote, auch wenn sie sich so anhört. Zahlreiche wissenschaftliche Studien versuchen vergeblich, das portugiesische Geheimnis zu lüften. Woran liegt es, dass im sonnigen Portugal so wenig gespart wird?

Vor Anfang der Finanzkrise im Jahr 2007 betrugen portugiesische Ersparnisse circa 7 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt (BIP). Noch damals war Portugal Schlusslicht im europäischen Sparranking. Die Zeiten staatlicher Sparpolitik haben einen Teil der Portugiesen eine wichtige Lehre erteilt – mit einem gut gepolstertem Sparkonto lässt sich der Finanzwinter leichter überleben. Infolgedessen lag das Sparvolumen 2013 bereits bei circa 16 Prozent gemessen am BIP. Laut Statistik befinden sich 90 Prozent der Ersparnisse im Land im Besitz von nur 20 Prozent der Familien - ein Zeichen für die soziale Ungleichheit in der Gesellchaft. Doch nicht nur, wie Studien über das Sparverhalten aufzeigen. Portugiesen geben lieber aus.

Der Yale-Professor Keith Chen mutmaßt, dass die portugiesische Eigenart in puncto Sparen und Ausgeben eine Ausprägung der Sprache sein könnte. Laut Chen wird in Ländern wie Portugal, in denen zwischen den Zeitformen Präsens und Futur ein strikter Unterschied besteht, viel weniger gespart. Die Zukunft kommt erst morgen und heute ist Fiesta.

In Deutschland hingegen, wo Futur sprachlich rein formal vom Präsens abweicht, sind Groschen für die Zukunft dieselben, die wir Deutschen heute noch in das Sparschwein werfen.