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Algorithmen die Anlagestrategien entwickeln? Das ist schon lange Realität seitdem es Robo Advisor, beziehungsweise die digitale Vermögensverwaltung gibt. Eine digitale Vermögensverwaltung ist eine Anwendung, die die gleichen Dienstleistungen wie ein menschlicher Finanzberater erbringt. Doch im Gegensatz zu den herkömmlichen Angeboten von Banken und Vermögensverwaltungen, ist ihr Einsatz wesentlich kostengünstiger.

Anlagestrategien von Algorithmen generiert


Der Begriff „Robo Advisor“ setzt sich aus den Wörtern „Robot“ (Roboter) und „Advisor“ (Berater) zusammen. Basierend auf den Angaben des Anlegers, entscheidet die Anwendung in welche Geldanlagen investiert werden soll. Digitale Vermögensverwaltungen arbeiten vor allem mit ETFs (Exchange Traded Funds), da diese Form von Indexfonds leicht zu handhaben sind, weil sie passive Anlagestrategien über einen längeren Zeitraum verfolgen. Insgesamt gibt es allerdings drei Arten, die es zu unterscheiden gilt:

  • Zum einen gibt es die „Full-Service-Verwaltung“, die direkt von der Finanzaufsicht Bafin überwacht wird. Sie bietet eine Komplettlösung an, die Anlagevorschläge, Portfolio-Vermittlung und die eigenverantwortliche Verwaltung des Depots vereint.
  • Des Weiteren gibt es auch noch den „Half-Service“, bei dem Anleger Vorschläge für das Depot und die vermittelnden Anlageprodukte unterbreitet werden. Etwaige Umschichtungen müssen Anleger erst zustimmen.
  • Die „Self-Service-Vermögensverwaltung“ agiert lediglich als Tippgeber. Nutzer legen eigenverantwortlich an, kaufen die Produkte selbst und verwalten die Depots. Auch Risikoeinstufungen nimmt der Anleger selbst vor.

Transparenter als traditionelle Lösungen

Mittlerweile gibt es in Deutschland mehr als 20 digitale Vermögensverwalter. Dazu zählen beispielsweise die Angebote der Fintechs wie Scalable Capital oder quirion. Dass die Anwendungen innerhalb kürzester Zeit so sehr an Beliebtheit dazugewonnen haben, liegt auch daran, dass in der Vergangenheit viele Aktien positive Entwicklungen verzeichnen konnten. Daher ist es nicht verwunderlich, dass inzwischen bereits über zwei Milliarden Euro in der Handhabe digitaler Vermögensverwaltungen sind.

Doch wie funktioniert eine digitale Vermögenverwaltung überhaupt? Zunächst einmal muss der Anleger angeben, in welche Branchen-ETFs er investieren möchte und welches Risiko er tragen kann. Ist dies geschehen, kann die Anwendung ableiten welcher Teil des Geldes in den riskanteren Aktienmarkt fließen kann, der langfristig auch mehr Rendite abwirft. Je nachdem wie die Risikoneigung des Anlegers ausfällt, liegt die Aktienquote dann in der Regel zwischen 20 und 80 Prozent. Dank der transparenten Arbeitsweise der Anwendung, können Anleger ohne Probleme zurückverfolgen, in welche ETFs oder Einzeltitel sie investiert hat. Via Reporting werden Anleger zusätzlich über die Entwicklung ihrer Geldanlage informiert.

Mensch vs. Maschine: Robo Advisor hat viele Vorteile

Die Vorteile einer digitalen Vermögenverwaltung sind immens. Im Vergleich zur Anlageberatung auf Honorarbasis, stellt sie eine kostengünstige Alternative dar. Doch es gibt noch viele weitere Vorteile, von denen Anleger profitieren können:

  • Niedrige Einstiegshürden: Mit nur wenigen Klicks können Nutzer ihre Anlagepräferenzen festlegen, woraufhin sie unmittelbar ihre persönliche Anlagestrategie erhalten – und das ohne vorher in einem langen Beratungsgespräch verharren zu müssen.
  • Geringe Kosten: Da Anleger keine teuren Finanzberater bezahlen müssen, weil Algorithmen die Investitionsempfehlungen berechnen, sind die Gebühren sehr gering.
  • Diversifikation: Digitale Vermögensverwaltungen legen in viele unterschiedliche ETFs an. Aufgrund dieser Vorgehensweise befinden sich teilweise mitunter tausende Einzeltitel in nur einem Portfolio, was wiederum eine ideale Risikostreuung ermöglich
  • Sicherheit: Da es sich bei dieser Form von Geldanlage um Sondervermögen handelt, sind im Falle einer Zahlungsunfähigkeit durch die Fondgesellschaft oder der digitalen Vermögensverwaltung Einlagen durch die gesetzliche Einlagensicherung in Höhe von 100.000 Euro pro Bank und Kunde geschützt.

Ohne Frage wird zukünftig die künstliche Intelligenz (KI) die digitale Anlageberatung voranbringen. Empfehlenswert ist die Nutzung einer digitalen Vermögensverwaltung vor allem für Anleger, die mit einem geringen zeitlichen Aufwand das Maximum herausholen möchten. Dank des Einsatzes einer digitalen Vermögensverwaltung entfällt nämlich der Aufwand für die Pflege des Portfolios und die damit zusammenhängende Informationsbeschaffung.