Welche Themen beschäftigen die Anleger in Deutschland und Österreich derzeit am meisten? In welche Richtung entwickeln sich die Zinsen beim Tages- und Festgeld? Und auf welche Trends in der Finanzwelt sollten sich Kunden wie Banken einstellen? Antworten auf diese und weitere Fragen hat Finanzexperte Uwe Winkler, Chefredakteur von sparkonto.org. Das unabhängige Finanzportal bietet seit 2009 täglich detaillierte Informationen und Tipps rund um das Thema Sparen.

 

SAVEDO: Was sind die derzeitigen Hauptanliegen Ihrer Leser?

Winkler: Anlegerschutz ist ein zentrales Thema. Wie sicher ist mein Geld bei Bank X, lautet die am häufigsten gestellte Frage bei der Auswahl einer Bank zur Geldanlage. Eine Vielzahl der Leser von sparkonto.org sucht nach einer Möglichkeit, für die finanzielle Zukunft ihrer Kinder vorzusorgen. Daher sind Fragen nach gesetzlichen Regelungen zum Mündelschutz, zur Geschäftsfähigkeit von Minderjährigen und den Besonderheiten einer Kontoeröffnung für Kinder durch die gesetzlichen Vertreter häufig und zeigen den Nachholbedarf beim Wissenstransfer zwischen Banken, Finanzportalen und Kunden zu diesem Thema.

SAVEDO: Was ist Ihr Tipp für deutsche und österreichische Sparer?

Winkler: Wöchentliche Zinssenkungen im Bereich Tagesgeld und Festgeld machen es deutlich: Das Zinstief ist noch nicht erreicht. Aus diesem Grund ist unser persönlicher Tipp, derzeit noch solide Tagesgeldangebote mit Zinsbindung und Festgeldangebote mit Anlagedauer bis zu drei Jahren wahrzunehmen.

SAVEDO: In Ihrem Finanzportal prognostizieren Sie: „Niedrige Leitzinsen bedeuten auch 2015 niedrige Sparzinsen.“ Wie werden Ihrer Erfahrung nach Anleger darauf reagieren?

Winkler: Die EZB-Zinspolitik unter Mario Draghi setzt auf niedrige Zinsen und auch die US-Notenbank Fed lässt den Zeitpunkt für eine Zinswende offen. Die Höhe der Sparzinsen bleibt sicher bis Mitte 2016 noch auf sehr niedrigem Niveau. Ausländische Banken in wirtschaftlich eher schwachen Ländern haben das Problem, ausreichend Kapital z.B. für ihr Kreditgeschäft zu besorgen und werden ihre Fühler weiterhin auch bis nach Deutschland und Österreich ausstrecken. Die neuen Modelle z.B. von Savedo werden ohne Zweifel davon profitieren. Das positive Medienecho beschleunigt diese Entwicklung.

SAVEDO: Wie schätzen Sie die Bereitschaft der Sparer für Online-Dienste ein? Gibt es da altersspezifische Einschränkungen?

Winkler: Unserer Meinung nach ist der das Internet scheuende, vermögende Pensionär ein Auslaufmodell. Über unser Portal sparkonto.org informieren sich viele Senioren zu Sparmodellen und sind aufgeschlossen neuen Trends und Sparmodellen gegenüber. Online- und vor allem Mobile-Banking ist weiter auf dem Vormarsch.

SAVEDO: Welche Konsequenzen müssen Banken aus dieser Entwicklung ziehen, vor allem deutsche Banken?

Winkler: Die Bereitschaft deutscher Banken, sich in Portalen mit deutlich zinsstärkeren EU-Banken vergleichen zu lassen, wird sich in Grenzen halten. Gelingt es, deutsche Banken zumindest für eine strategische Partnerschaft zu gewinnen, wäre das werbewirksam und eine vertrauensbildende „Maßnahme“ für ein noch junges Unternehmen wie Savedo.