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Geldanlage in Belgien

In Belgien stehen Sparern vielfältige Möglichkeiten der Geldanlage zur Verfügung. Angesichts des niedrigen Leitzinses der Europäischen Zentralbank sind allerdings auch in Belgien die Sparzinsen für beliebte Anlageformen wie Tagesgeld oder Festgeld äußerst niedrig. Für ein Festgeld mit einjähriger Laufzeit etwa gibt es laut Europäischer Zentralbank derzeit bei belgischen Banken im Durchschnitt lediglich eine Verzinsung von 0,30 Prozent (Stand: Januar 2016). 

 

  • Die Einlagensicherung in Belgien

    Das System zur Einlagensicherung in Belgien zählt zu den stabilsten in der ganzen Europäischen Union. Bereits 1998 wurde auf Initiative des Gesetzgebers ein „Sicherungsfonds für Einlagen und Finanzinstrumente“ eingerichtet. Dessen Aufgabe besteht in den Worten der belgischen Zentralbank vorwiegend in der "Sicherung der den Kreditinstituten und Investmentfonds von Einlegern und Investoren anvertrauten Spargeldern“. Konkret gesichert werden damit Sparguthaben auf Giro-, Tages- und Festgeldkonten bis zu einem Maximalbetrag von 100.000 Euro pro Kunde und Bank. 

    Bestückt wird der belgische Einlagensicherungsfonds aus Geldern von allen angeschlossenen Banken und Sparkassen. Diese haben in der Regel einen jährlichen und vom Umsatz abhängigen Mitgliedsbeitrag zu zahlen. In Ausnahmefällen, sollten zum Beispiel die Rücklagen des Fonds eine Mindestgrenze unterschreiten oder wird ad hoc eine große Entschädigungssumme benötigt, können die Mitgliedsinstitute zu einer außerordentlichen Sonderbeitragszahlung verpflichtet werden, die bis zu 200 Prozent der üblichen Beitragssumme betragen kann. 

    Da für den Erhalt einer belgischen Banklizenz die Mitgliedschaft im nationalen Einlagensicherungsfonds Voraussetzung ist, profitieren Kunden grundsätzlich vom vollen Einlagensicherungsschutz, egal bei welcher Bank oder Sparkasse sie ihr Geld veranlagt haben. 


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  • Das deutsch-belgische Doppelbesteuerungsabkommen

    Wie mit jedem anderen Staat der Europäischen Union hat Deutschland auch mit Belgien ein sogenanntes Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) geschlossen. Das DBA soll verhindern, dass deutsche Anleger bei einer Geldanlage in Belgien zweimal Steuern zahlen müssen: die belgische Quellensteuer und die deutsche Abgeltungsteuer.

    Mittels einer Ansässigkeitsbescheinigung von einer deutschen Finanzbehörde, aus der hervorgeht, dass ein Anleger seinen ständigen Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland hat, lässt sich die Quellensteuer in Belgien von eigentlich 30 Prozent auf 0 Prozent senken. Ohne Senkung gemäß dem DBA wird die belgische Quellensteuer in voller Höhe vor Auszahlung des Zinsertrages automatisch von der belgischen Bank einbehalten und an das lokale Finanzamt abgeführt.


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