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Einlagensicherung

Alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union sind durch EU-Richtlinien dazu verpflichtet, nationale Systeme zur Einlagensicherung aufzubauen, die im Falle der Zahlungsunfähigkeit einer Bank beziehungsweise einer Bankinsolvenz die Geldeinlagen privater Sparer bis zur Garantiegrenze von 100.000 Euro absichern müssen. 

  • Einlagensicherung: Schutz bei einer Bankeninsolvenz

    Bei der gesetzlichen Einlagensicherung handelt es sich um einen vom Staat eingerichteten Schutzmechanismus, welcher im Fall einer Bankeninsolvenz die Sparer vor dem Verlust ihrer Bankeinlagen bewahrt. Entsprechende Einlagensicherungsfonds finden sich in allen entwickelten Ländern. Sie differieren bei der Frage, in welchem Maß die Kunden Schutz genießen.

    Diesen Einrichtungen kommt eine wichtige Bedeutung zu: Meldet ein gewöhnliches Unternehmen Insolvenz an, sind die negativen Auswirkungen begrenzt. Eine Bankeninsolvenz kann dagegen eine komplette Volkswirtschaft erschüttern, weil auch Kunden anderer Banken in Panik geraten. Kann nur eine Bank von mehreren Banken in einem Land kein Geld mehr auszahlen, verunsichert das erfahrungsgemäß auch die Sparer bei der Konkurrenz. Diese wollen dann in großer Anzahl ihre kompletten Guthaben von Tagesgeldkonten, Festgeldkonten, Girokonten und Sparbüchern abheben.

    Das Konzept einer Bank besteht aber nicht darin, auf einmal ein Großteil der Kundengelder auszuzahlen. Banken investieren das Geld zumindest teilweise unter anderem in Kredite. Entsprechend verlieren sie bei einem Bank Run ebenfalls die Zahlungsfähigkeit und das gesamte Finanzsystem bricht zusammen.

    So ein Bankensturm hat beispielsweise Argentinien 2001/2002 in die Krise gestürzt. Die gesetzliche Einlagensicherung verhindert das. Die Kunden wissen dank dieser Absicherung im Insolvenzfall, dass sie kein Geld verlieren. Deswegen bewahren sie die Ruhe.


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  • Die harmonisierte Europäische Einlagensicherung

    Bereits 1994 hatte die damalige EG ihre Mitgliedstaaten zu Mindeststandards beim Schutz von Bankeinlagen verpflichtet. Im Zuge der Bankenkrise ab 2008 hat die EU die Regeln für die Europäische Einlagensicherung deutlich verschärft und gleichzeitig harmonisiert.

    Nach der Richtlinie 2009/14/EG des Europäischen Parlaments und des Europäischen Rates müssen alle EU-Staaten seit Dezember 2010 dafür sorgen, dass die Geldeinlagen privater Anleger im Krisenfall bis zur Deckungssumme von 100.000 Euro pro Kunde und Bank durch Mittel aus den nationalen Sicherungsfonds (Deposit Guarantee Schemes) innerhalb von 20 Werktagen ausbezahlt werden.

    Durch eine EU-weite Harmonisierung der nationalen Systeme zur Einlagensicherung soll das Vertrauen der Bürger in den Finanzsektor sowie dessen reibungsloses Funktionieren gestärkt beziehungsweise wiederhergestellt werden.

    Jedes Land der EU muss autonom seinen eigenen Einlagensicherungsfonds aufbauen und für dessen Funktionsweise sorgen. Der Fonds muss grundsätzlich mit mindestens 0,8 Prozent der national gesicherten Einlagen ausgestattet werden.

    Für den unwahrscheinlichen Fall, dass ein nationaler Einlagensicherungsfonds nicht über ausreichend finanzielle Mittel verfügt, um Anlegern ihre Geldeinlagen zurückzuzahlen, hat sich der Europäische Rat dazu verpflichtet, alle notwendigen Maßnahmen zu treffen, um die Einlagen der Sparer zu schützen.


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  • Weitere Systeme zur Einlagensicherung

    Neben den gesetzlichen Einlagensicherungsfonds existieren in den meisten Ländern Europas weitere Systeme zur Einlagensicherung, die in der Regel weit höhere Sparguthaben als die gesetzlich vorgeschriebenen 100.000 Euro absichern müssen.

    So sind in Deutschland etwa viele Banken freiwillig Mitglied im Bundesverband deutscher Banken e.V. Dieser Bankenverband unterhält seinen eigenen Einlagensicherungsfonds, der aus Mitteln der angeschlossenen Bankinstitute gespeist wird. Je nach Bank können somit Sparguthaben von 500.000 Euro oder auch wesentlich höhere Einlagebeträge abgesichert sein.  


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  • Welche Anlagen schützt die Einlagensicherug?

    Die Einlagensicherung gilt für alle Direkteinlagen bei einer Bank mit Sitz in einem EU-Mitgliedstaat. Das betrifft insbesondere Girokonten, Tagesgeld- und Festgeldeinlagen. Andere Formen der Geldanlage, wie börsennotierte Unternehmensanleihen oder Aktien, umfasst die Einlagensicherung nicht. Bei diesen Wertpapieren tragen Anleger das vollständige Risiko. Angesichts dieses Unterschieds sollten sich Sparer gut überlegen, wie sie Ihr Geld investieren.

    Mit einer Festgeldeinlage entscheiden sich Anleger zum Beispiel für größtmögliche Sicherheit. Bis zu einem Anlagebetrag von 100.000 Euro besteht gemäß EU-Richtlinien keine Gefahr für das Vermögen. Sollen höhere Summen investiert werden, können Anleger mehrere Festgeldkonten bei unterschiedlichen Banken eröffnen - so profitieren Anleger dennoch vom System der Einlagensicherung.

    Die Sicherheit durch die Europäische Einlagensicherung können Sparer auch für höhere Renditen nutzen. In Ländern wie Tschechien und Portugal werden zum Beispiel höhere Zinsen auf Festgeld gezahlt als derzeit in Deutschland oder Österreich, ohne dass bei der Sicherheit der Anlage Abstriche gemacht werden müssen. Savedo hilft dabei, mit geringem Aufwand ein finanziell attraktives und sicheres Festgeldkonto bei Banken in unseren europäischen Nachbarländern zu eröffnen.


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